Wintergedicht für Kinder und Erwachsene

Wintergedichte über die eisige Jahreszeit für Kinder und Erwachsene könnt ihr hier blitzschnell finden. Jedes Gedicht ist auch zum ausdrucken. So manch ein Wintergedicht zeigt in seinen poetischen Worten die Schönheit des Winters und oft auch die Vorfreude auf den Frühling.

Wintergedicht: Winterlied


Das Feld ist weiß, so blank und rein,
vergoldet von der Sonne Schein,
die blaue Luft ist stille;
hell, wie Kristall
blinkt überall der Fluren Silberhülle.

Der Lichterstrahl spaltet sich im Eis,
er flimmert blau und rot und weiß,
er wechselt seine Farbe.
Aus Schnee heraus
ragt, nackt und kraus,
des Dorngebüsches Garbe.

Von Reifenduft befiedert sind
die Zweige rings, der sanfte Wind
im Sonnenstrahl bewegen.
Dort sträubt vom Baum
der Flocken Pflaum
wie leichter Blütenregen.

Tief sinkt der braune Tannenast
und drohet, mit des Schnees Last
den Wanderer zu beschütten;
Vom Frost der Nacht
gehärtet, kracht
der Weg von seinen Tritten.

Das Bächlein schleicht, von Eise geengt;
voll lautrer, blauer Zacken hängt
das Dach; es stockt die Quelle;
Im Sturze harrt,
zu Glas erstarrt,
des Wasserfalles Welle.

Die blaue Meise piepet laut;
der muntre Sperling pickt vertraut
die Körner von der Scheune.
Der Zeisig hüpft
vergnügt und schlüpft
durch blätterlose Haine.

Wohlan! Auf festgediegner Bahn,
klimm ich den Hügel schnell hinan,
und blicke froh ins Weite;
Und preise den,
der rings so schön
die Silberflocken streute.

(Johann Gaudenz von Salis- Seewis)

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